Zahl der Obdachlosen steigt

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Mehr Menschen in Deutschland haben keine Wohnung. Wenig bezahlbarer Wohnraum und Verfestigung von Armut sind die Hauptgründe. Alleinerziehende besonders gefährdet.

Im vergangenen Jahr waren laut einer Schätzung der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Wohnungslosenhilfe 678.000 Menschen ohne Wohnung in Deutschland. Das sind 4,2 Prozent mehr als im Jahr zuvor, 2017 lag die Zahl der Obdachlosen noch bei rund 650.000 Menschen.

2018 lebten 41.000 Menschen ohne jegliche Unterkunft auf der Straße. Die Zahl der wohnungslosen Menschen ohne Einbezug wohnungsloser anerkannter Geflüchteter sei mit 1,2 % weniger angestiegen als die Zahl der wohnungslosen anerkannten Geflüchteten mit 5,9 %, sagte Werena Rosenke, Geschäftsführerin der BAG Wohnungslosenhilfe.

Mit 70 % (166.000) war der Großteil der Wohnungslosen alleinstehend, 30 % (71.000) lebten mit Partner und/oder Kindern zusammen. Nach Schätzung der BAG lag die Zahl der obdachlosen Kinder und minderjährigen Jugendlichen bei 8% (19.000). Diese Angaben sind jeweils ohne Berücksichtigung der wohnungslosen Geflüchteten.

Wenig bezahlbarer Wohnraum und Verfestigung von Armut

Die wesentlichen Gründe für die steigende Zahl der Obdachlosen seien Rosenke zufolge das unzureichende Angebot an bezahlbarem Wohnraum, die Schrumpfung des Sozialwohnungsbestandes und die Verfestigung von Armut. Es fehle insbesondere an bezahlbarem Wohnraum für Menschen im Niedrigeinkommensbereich und für solche, die Transferleistungen beziehen, sowie für anerkannte Geflüchtete.

Besonders gefährdet, so Rosenke weiter, seien Alleinerziehende und junge Erwachsene. Aber auch die drohende Altersarmut der Generation der Billigjobber, der Soloselbstständigen und anderer prekär beschäftigten Menschen sei besorgniserregend.

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