So sorgenfrei wie lange nicht

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Am meisten fürchten sich die Deutschen vor einem überforderten Staat durch Flüchtlinge, Spannungen durch den Zuzug von Ausländern und der Politik von US-Präsident Donald Trump. Insgesamt werden die Deutschen jedoch optimistischer – im Westen stärker als im Osten. Dies geht aus der repräsentativen Umfrage „Die Ängste der Deutschen“ der R+V-Versicherung hervor.

Mehr als jeder zweite Deutsche (56 Prozent und 55 Prozent) hat Angst, dass die Zahl der Flüchtlinge den Staat überfordert und es durch den Zuzug von Ausländern zu Spannungen zwischen Deutschen und hier lebenden Ausländern kommen wird. Im Vorjahr plagten noch 63 Prozent diese Sorgen. Dass die Politik von US-Präsident Donald Trump die Welt unsicherer macht, befürchten 55 Prozent der Bundesbürger (Vorjahr: 69 Prozent).

Auf den Plätzen vier und fünf folgen mit je 47 Prozent die Angst vor einer Überforderung der Politiker und vor politischem Extremismus. Zur Angst vor militanten Extremisten erläutert Professor Dr. Manfred G. Schmidt, Politikwissenschaftler an der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg: „Am meisten ängstigt die Befragten der als extrem gewaltsam eingestufte islamische Extremismus (38 Prozent). Als erheblich geringer gilt die Bedrohung durch den Rechtsextremismus (25 Prozent). Fast unbekümmert scheinen die Befragten den Linksextremismus zu bewerten (4 Prozent).“

Ängste nehmen im Westen stärker ab als im Osten

Zwar werden sowohl West- als auch Ostdeutsche zunehmend gelassener. Die Sorgen sind jedoch im Westen deutlich stärker gesunken als im Osten, wo alle Ängste stärker ausgeprägt sind – auch die drei Top-Ängste: So fürchten sich 64 Prozent der Ostdeutschen vor einer Überforderung des Staats durch Flüchtlinge (West: 54 Prozent) und vor Spannungen durch den Zuzug von Ausländern (West: 53 Prozent). Auch die Politik von Donald Trump treibt die Ostdeutschen mit 60 Prozent stärker um.

Die Langzeitstudie „Die Ängste der Deutschen“ der R+V-Versicherung befragt seit 1992 jährlich rund 2.400 Frauen und Männer im Alter ab 14 Jahren nach ihren größten politischen, wirtschaftlichen, persönlichen und ökologischen Ängsten.

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