Menschenunwürdige Zustände in Al-Hol

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UN klagt entsetzliche Bedingungen im syrischen Flüchtlingslager Al-Hol an, unter denen vor allem Frauen und Kinder leben müssen.

Die Lebensumstände in dem überfüllten Flüchtlingslager Al-Hol im Norden Syriens sind einer Untersuchungskommission der Vereinten Nationen zufolge menschenunwürdig. Mindestens 390 Kinder seien dort aufgrund von Unterernährung oder Infektionen gestorben. Bei richtiger Versorgung und Behandlung wären diese Todesfälle vermeidbar gewesen. Die UN-Untersuchungskommission forderte die internationale Staatengemeinschaft auf, Maßnahmen gegen die Zustände zu ergreifen.

Schleppende Rückführung in Ursprungsländer

Die Rückführung von Frauen und Kinder ausländischer Kämpfer in ihre Ursprungsländer verlaufe nur schleppend, kritisierte die UN-Untersuchungskommission weiter. Rund 70.000 Menschen, davon vorwiegend Frauen und Kinder unter 12 Jahren, seien gezwungen, in dem von kurdischen Milizen kontrollierten Flüchtlingslager auszuharren. Zudem fehle den meisten der dort festgehaltenen 3.500 Kinder eine Geburtsurkunde. Damit laufen sie Gefahr, staatenlos zu werden, da viele Staaten offenbar nicht bereit seien, sie zurückzuholen und extremistische Verbindungen befürchten, so der Vorsitzende der Kommission, Paulo Sérgio Pinheiro.

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