„Unser erstes Sofa kam vom Sperrmüll“

Die meisten Menschen, die in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten nach Deutschland eingewandert sind, haben die gleichen Erfahrungen gemacht: Man fängt noch einmal von vorne an, mit wenig eigenen Sachen und viel Geliehenem und Gebrauchtem.

So erging es auch Nilofar Yousefi, die 1994 als Sechsjährige mit zwei Geschwistern und der Mutter aus Kabul nach Deutschland floh, weil der Vater von den Taliban verhaftet und ein Bruder getötet wurden.

Deutsch lernte sie in der Schule und von Freundinnen, nachmittags brachte sie die neuen Worte ihrer Mutter bei. Den Eltern war die Bildung ihrer Kinder immer sehr wichtig, der Vater war zwischenzeitlich ebenfalls nach Deutschland gekommen.

Später studierte sie, wie alle ihre Geschwister, gab Kindern aus Einwanderungsfamilien Nachhilfeunterricht, gründete eine eigene Familie und bewarb sich 2015, auf dem Höhepunkt der Flüchtlingswelle, bei European Homecare in Essen als Sozialbetreuerin. Sie begann mit ihrer Arbeit in den Zeltdörfern am Altenbergshof und Pläßweidenweg und leitet nun die Anfang 2016 neu eröffnete Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Nordrhein-Westfalen mit 800 Plätzen.

Weitere Infos

Ein Porträt über Nilofar Yousefi ist nachlesbar auf der Website

http://www.derwesten.de/staedte/essen/nilofar-yousefi-arbeitet-im-asylheim-in-dem-sie-als-kind-lebte-id12201344.html

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