Porsche startet zweite Runde seines Integrationsprogramms

Im zweiten Durchgang seines Integrationsprogramms will Sportwagenproduzent Porsche 15 Frauen und Männer aus Afghanistan, Syrien, Eritrea und dem Irak bis Ende August so qualifizieren, dass sie im Anschluss auch auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt einen Ausbildungsplatz erhalten oder den direkten Berufseinstieg schaffen können. Um einen nahtlosen Übergang zu gewährleisten, arbeitet Porsche in der Berufsberatung für die Flüchtlinge eng mit der Agentur für Arbeit zusammen. Nach der ersten Runde des Integrationsprogramms erhielten elf von 13 Flüchtlingen im Alter von 16 bis 38 Jahren eine Anschlussbeschäftigung bei dem Stuttgarter Unternehmen.

Wie Porsche betont, werden die Teilnehmer an dem Programm bewusst nicht nur für das eigene Unternehmen ausgebildet. Vielmehr sollen die Flüchtlinge auch für andere Branchen, die unter Fachkräftemangel leiden, oder Firmen, die aufgrund ihrer Betriebsgröße kein eigenes Integrationsprogramm aufsetzen können, qualifiziert werden. Porsche gehe es mit dem Integrationsprogramm nicht nur darum, Flüchtlingen eine berufliche Perspektive zu bieten, stellt der Vorstand für Personal und Soziales der Porsche AG, Andreas Haffner, fest. Demnach soll die eigene Kompetenz in der Ausbildung auch dazu genutzt werden, um etwa Handwerksbetrieben oder kleinere Industriebetrieben qualifizierte Nachwuchskräfte zu vermitteln.

Das acht Monate dauernde Integrationsprogramm von Porsche gliedert sich in drei Blöcke: In den ersten drei Monaten werden die deutschen Sprachkenntnisse verbessert - insbesondere auch mit Blick auf Fachterminologien. Im zweiten Block vermittelt das Porsche-Ausbildungszentrum vier Wochen lang handwerkliche Grundlagen. Die restlichen vier Monate hospitieren die Flüchtlinge bei Porsche in verschiedenen technischen Bereichen und absolvieren Orientierungspraktika auch bei interessierten Partnerbetrieben. Begleitet wird das Integrationsprogramm über die gesamte Dauer hinweg von einem Berufsschultag pro Woche sowie sozialpädagogischem und soziokulturellem Unterricht.

http://business-panorama.de/news.php?newsid=407246

Auch andere Unternehmen, vornehmlich aus der Automobilbranche, haben bereits ihre Erfahrungen mit Job- bzw. Ausbildungsangeboten für Flüchtlinge und Asylbewerber gemacht. In einem aktuellen Interview mit der Süddeutschen Zeitung berichtet Conti-Personalchefin Ariane Reinhart von ihrer Ernüchterung im Hinblick auf die manchmal noch schleppende Kooperation der Jobcenter mit integrationswilligen Stellenanbietern. Die Erfahrungen mit den eingestellten Flüchtlingen seien derweil durchweg positiv, so wird Reinhart zitiert.

Link: http://www.automobilwoche.de/article/20170123/NACHRICHTEN/170129966/1280/conti-personalchefin-ariane-reinhart-ich-war-naiv

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