Lange Asylverfahren verzögern die Integration in den Arbeitsmarkt

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Die Dauer des Asylverfahrens bestimmt mit über die Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt. Unabhängig davon, ob ein Asylbewerber mit seinem Antrag erfolgreich ist oder nicht. Das geht aus einer aktuellen Studie hervor.

Der Übergang in die Erwerbstätigkeit von Geflüchteten wird durch längere Asylverfahren verzögert. „Verlängert sich das Asylverfahren um sechs Monate, sinkt die Übergangsrate in Erwerbstätigkeit um elf Prozent“, so die Studienautoren Hanna Brenzel und Yuliya Kosyakova in einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Längere Asylverfahren verzögern zudem auch den Übergang in den ersten Sprachkurs. Grundsätzlich sei es daher richtig gewesen, die Dauer der Asylverfahren in den letzten Jahren zu verkürzen, wie die Forscherinnen betonten.

Flüchtlinge mit guter Bleibeperspektive nehmen verstärkt an Sprachkursen teil

Mit Blick auf die Herkunftsländer kommen die Forscherinnen zu dem Schluss, dass Geflüchtete aus Ländern mit guter Bleibeperspektive, wie beispielsweise Syrien, sich verstärkt um den Spracherwerb bemühen. Der Abschluss eines Sprachkurses resultiert dann letztlich in einer doppelt so hohen Übergangsrate in die Erwerbstätigkeit.

Dagegen nehmen Geflüchtete aus Ländern mit geringerer Bleibeperspektive, wie etwa Albanien, schneller eine Erwerbstätigkeit auf. Die Wissenschaftlerinnen vermuten, dass Geflüchtete ohne beziehungsweise mit einer schlechten Bleibeperspektive schneller auf den Arbeitsmarkt drängen, um ihre Bleibechancen zu verbessern oder aber ihre verbleibende Zeit zu nutzen, um Geld zu verdienen.

„Sowohl eine Anerkennung der Asylanträge als auch eine Duldung beschleunigen den Sprachkurseintritt – wichtig scheint also der Abschluss und weniger das Ergebnis des Asylverfahrens zu sein“, so die Arbeitsmarktforscherinnen Brenzel und Kosyakova.

Bild: istockphoto.com/KatarzynaBialasiewicz

Mehr Informationen

Die IAB-Studie: http://doku.iab.de/kurzber/2019/kb0619.pdf

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