IQ – das Netzwerk für Integration durch Qualifizierung

Migranten sind in Deutschland etwa doppelt so stark von Arbeitslosigkeit betroffen wie Menschen ohne Migrationshintergrund. Bereits vor dem zuletzt deutlich angewachsenen Zustrom von Flüchtlingen nahm hierzulande in den vergangenen Jahren die Neuzuwanderung – insbesondere aus EU-Ländern - zu. Viele von diesen Neubürgern weisen berufliche Bildungsabschlüsse oder andere wertvolle Qualifikationen auf, die hierzulande oft nicht anerkannt werden. Gleichzeitig klagt die heimische Wirtschaft immer mehr über Engpässe bei Fachkräften. Deshalb sollten alle Potenziale aktiviert werden, speziell auch die von Migranten – darin sind sich die Verantwortlichen einig.

Vor diesem Hintergrund wurde das Förderprogramm „Integration durch Qualifizierung“ (IQ) ins Leben gerufen. Seine Zielsetzung: die Arbeitsmarktchancen für Menschen mit Migrationshintergrund zu verbessern. Dem widmet sich IQ bereits seit 2005. Für die Förderperiode 2015-2018 wurde das Programm um den Schwerpunkt „ESF-Qualifizierung im Kontext des Anerkennungsgesetzes“ erweitert. Dabei geht es darum, auf der Basis im Ausland erworbener Berufsabschlüsse – unabhängig vom Aufenthaltsstatus – häufiger als bisher adäquate Beschäftigung zu ermöglichen.

Das Förderprogramm IQ wird regional in 6 Landesnetzwerken umgesetzt. Diese werden jeweils von einer Landeskoordinierung geleitet und umfassen weitere operative Teilprojekte. Sie sollen eine flächendeckende Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung für Ratsuchende mit ausländischen Qualifikationen anbieten, gegebenenfalls bedarfsorientierte Anpassungsqualifizierungen entwickeln und diese umsetzen. Darüber hinaus sind im Rahmen von IQ Informationen, Beratungen und Trainings für sogenannte Arbeitsmarktakteure vorgesehen, wodurch diese für die spezifischen Belange von Migranten sensibilisiert werden und fachliches Know-how vermittelt bekommen sollen.

Drei Handlungsschwerpunkte

In Rheinland-Pfalz gibt es bei IQ drei Handlungsschwerpunkte:

  • Beratung,
  • Qualifizierung sowie
  • interkulturelle Kompetenzentwicklung und Antidiskriminierung.

Beratung

Für Handlungsschwerpunkt 1, Beratung, sind zuständig

Diese Organisationen informieren unter iq@caritas-koblenz.de, christoph.kretschmer@kvmyk.de bzw.schneider@schneider-beratung.de über ihre jeweiligen IQ-Maßnahmen.

Qualifizierung

Kooperationspartner beim Handlungsschwerpunkt 2, Qualifizierung, sind:

ARBEIT & LEBEN – zum Beispiel – bietet als staatlich anerkannter Träger für Weiterbildung vielfältige Beratungs-, Projekt- und Organisationsdienstleistungen an. Dabei orientiert sich die Gesellschaft an den Schwerpunktthemen „Personal- und Organisationsentwicklung“, „Gender Mainstreaming“, „Demografischer Wandel“ und „Migration“. Ein aktuelles Projekt von ARBEIT & LEBEN ist ein Laiendolmetscherpool, der ehrenamtliche Laiendolmetscher unter anderem für die Beratung von zugewanderten Menschen ausbildet und vermittelt.

Medici in Posterum - kurz MIP – heißt übersetzt „Ärzte für die Zukunft“. Dieses staatlich geförderte Projekt zielt darauf ab, einen Beitrag zur Deckung des wachsenden Bedarfs an ärztlichem und medizinischem Fachpersonal in Deutschland zu leisten. Dabei wird insbesondere auch auf die Qualifizierung und Begleitung von Migranten sowie Neuzuwanderern mit medizinischer Qualifikation zur Eingliederung in den Arbeitsmarkt gesetzt.

Interkulturelle Kompetenzentwicklung und Antidiskriminierung

Beim Handlungsschwerpunkt 3, interkulturelle Kompetenzentwicklung und Antidiskriminierung, heißen die Ansprechpartner:

AGARP ist der Landesverband der kommunalen Beiräte für Migration und Integration in Rheinland-Pfalz.

Die Beiräte für Migration und Integration vertreten die Belange der zugewanderten Bevölkerung in ihrer Gemeinde oder ihrem Landkreis. Sie werden alle fünf Jahre direkt von den Einwohnern mit Migrationsgeschichte gewählt. Die AGARP vertritt gegenüber Landesregierung, Landtag, Parteien und Öffentlichkeit die besonderen Belange der zugewanderten Bevölkerung in Rheinland-Pfalz. Außerdem fördert sie durch Fortbildungen, Koordination und Informationsaustausch die Arbeit der örtlichen Beiräte für Migration und Integration. So etwa in dem Projekt „Kompetente Partner_innen vor Ort - Stärkung und Qualifizierung der Beiräte für Migration und Integration in Rheinland-Pfalz“. In dessen Rahmen werden zum einen individuelle und bedarfsorientierte Themen wie „Grundlagen der Beiratsarbeit“, „Teambuilding“ oder „Rhetorische Kommunikation“ behandelt. Zum anderen soll als Nebeneffekt der Veranstaltungen eine bessere Vernetzung der Beiräte untereinander erreicht werden. Link:http://agarp.de/html/0003_projekte.html

Intensivere Vernetzung, um die Arbeitsmarktintegration von Migranten in der Region zu stärken, steht auch im Mittelpunkt einer Kooperation des Beirats für Migration und Integration mit Wirtschaftsmarktakteuren und kommunalen Vertretern in der Hunsrück-Kreisstadt Simmern. Diese Akteure unterzeichneten kürzlich eine Absichtserklärung zur Verbesserung der Arbeitsmarktintegration von Migranten im Rhein-Hunsrück-Kreis - unter Trägerschaft der AGARP. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit sollen künftig Synergien genutzt und Strategien (weiter-) entwickelt werden, um die Arbeitsmarktintegration von Migranten zu verbessern.

Das IQ-Förderprogramm wird in den ersten beiden Handlungsschwerpunkten aus Mitteln des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) und des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert. Partner in der Umsetzung sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Bundesagentur für Arbeit (BA). Der dritte Handlungsschwerpunkt wird aus Bundesmitteln finanziert.

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