2017 kamen deutlich weniger Flüchtlinge illegal in die EU

Im vergangenen Jahr sind laut dem aktuellen Bericht „Risk Analysis 2018“ der EU-Grenzschutzagentur Frontex knapp 205.000 Menschen über Flüchtlingsrouten illegal in die Europäische Union gekommen. Das bedeutet einen Rückgang um 60 Prozent. 2016 seien es rund 511.000 und 2015 rund 1,8 Millionen Menschen gewesen. Nichtsdestotrotz ist das Niveau immer noch deutlich höher als vor der Flüchtlingskrise, wie der Frontex-Chef Fabrice Leggeri hervorhob. 2014 zählte Frontex nur zwischen 75.000 und 150.000 Menschen.

Auf den bisherigen Flüchtlingsrouten ist die Anzahl der illegalen Grenzübertritte deutlich zurückgegangen. Nur auf der westlichen Mittelmeerroute nahm die Zahl Frontex zufolge zu, sie habe sich von knapp 10.000 auf 23.000 mehr als verdoppelt. „Spanien ist jetzt unter hohem Druck“, sagte Leggeri. Auf der östlichen Mittelmeerroute über die Türkei nach Griechenland verzeichnete Frontex mit mehr als 80 Prozent einen besonders starken Rückgang illegaler Grenzübertritte. Die EU hatte im März 2016 mit der Türkei einen Flüchtlingspakt geschlossen. Ebenso ist die Zahl der Eingereisten, die auf der zentralen Mittelmeerroute über Libyen und Italien in die EU kommen, rückläufig. Über diesen Weg kamen jedoch knapp 120.000 Menschen.

Die Zahl der Rückfuhr-Entscheidungen sei allerdings 2017 rückläufig gewesen. Der Frontex-Chef betonte, die EU-Mitgliedstaaten müssten abgelehnte Asylbewerber zukünftig schneller zurück in ihre Heimat schicken. „Wir sprechen über Menschen, Familien – deshalb ist es eine heikle und schwierige Angelegenheit“, sagte der Frontex-Chef.

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