Hilfe zur Versorgung psychisch kranker Migranten

Viele Zuwanderer, die nach Deutschland kommen, haben in ihrer Heimat und auf der Flucht zum Teil traumatische Erlebnisse gemacht. Sie wurden Zeugen von Gewalt, etwa in den Kriegsgebieten aus denen sie stammen, verloren Angehörige, mussten auf ihrem Weg nach Europa Strapazen aushalten. Etliche dieser Menschen brauchen dringend fachkundige Hilfe. Doch die bestehenden psychosozialen und psychotherapeutischen Angebote für Migranten halten Experten für zu dürftig. Ein Ansatz, diesem Mangel abzuhelfen, sind die Sozialpsychiatrischen Kompetenzzentren Migration (SPKoM), die vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) gefördert werden. Der Kommunalverband unterstützt schon seit einigen Jahren Maßnahmen zur Weiterentwicklung migrantenspezifischer Hilfeangebote in den LVR-Kliniken und in der gemeindepsychiatrischen Versorgung.

Zentrale Aufgabe der SPKoM-Kompetenzzentren ist es, psychisch kranken Menschen mit Migrationshintergrund den Zugang zu gemeindepsychiatrischen Hilfen zu erleichtern. Mit Hilfe der SPKoM soll also kein neues und spezifisches Versorgungssystem für psychisch kranke Menschen mit Migrationshintergrund aufgebaut werden. Vielmehr geht es darum, für Migranten den Zugang zu den bestehenden gemeindepsychiatrischen Einrichtungen zu verbessern. Mit diesem Hintergrund entwickeln die SPKoM modellhaft zielgruppenspezifische Angebote und verlieren dabei auch die nötige Sensibilität für die verschiedenen Kulturen, aus denen die Hilfebedürftigen stammen, nicht aus den Augen. Außerdem beraten die Kompetenzzentren Einrichtungen, Verbände und Organisationen bei interkulturellen Fragen.

Bereits 2009 veranstaltete der Landschaftsverband Rheinland in Kooperation mit der UNO-Flüchtlingshilfe und den SPKoM ein Fachforum zum Thema „Hilfen für psychisch kranke Flüchtlinge“. In der Einladung zu dieser Veranstaltung hieß es treffend: „Der Zugang zu den gemeindepsychiatrischen Behandlungs- und Versorgungsleistungen ist für Flüchtlinge … beschränkt und stark von ihrem Aufenthaltsstatus abhängig. Meist erhalten sie nicht die Hilfen, die sie benötigen, um einen stabilen psychischen Zustand zu erreichen.“

Bedenkt man nun, dass in diesem und im vergangenen Jahr rund 300.000 Flüchtige allein nach NRW gelangten, von denen die meisten zuvor in Kriegsgebieten wie Syrien, dem Irak oder Afghanistan zuhause waren, lässt sich der Bedarf an Fachleuten und Angeboten für die Behandlung und Versorgung psychisch kranker Flüchtlinge erahnen. Denn Experten gehen davon aus, dass rund die Hälfte dieser Menschen so traumatisiert ist, dass sie einer angemessenen Behandlung bedürfen.

In diesem Sinne widmen sich die SPKoM im Rheinland unter anderem:

  • der Vernetzung und Koordination von psychiatrischen Einrichtungen und Diensten mit Unterstützungsangeboten für Migranten …,
  • der Qualifizierung der Mitarbeiter in den bestehenden Einrichtungen und dabei insbesondere der Entwicklung von interkulturellen Kompetenzen,
  • der Erstellung von Informationsmaterial für psychisch kranke Migranten sowie für psychosoziale Dienste und Einrichtungen,
  • der Unterstützung von Selbsthilfegruppen für Betroffene und deren Angehörige sowie
  • der Entwicklung von Leitlinien und Qualitätsstandards, unter anderem für die Öffnung von Regelangeboten der psychosozialen Versorgung.

Adressen der SPKoM

SPKoM Bergisches Land

Zuständigkeitsbereich: Kreis Mettmann, die Städte Remscheid, Solingen und Wuppertal
Psychosozialer Trägerverein Solingen e.V.
Eichenstraße 105-109
42659 Solingen
Ansprechperson: Martin Vedder
Telefon: 0212 / 248 21-69
Telefax: 0212 / 248 21-10
Internet: www.ptv-solingen.de
Mail: spkom@ptv-solingen.de

SPKoM Duisburg / Niederrhein

Zuständigkeitsbereich: Stadt Duisburg, Kreis Kleve, Kreis Wesel
Psychiatrische Hilfsgemeinschaft Duisburg gGmbH
Gehrstr. 54
47167 Duisburg
Ansprechpersonen: Tatiana Hülsmann, Nuray Özcan
Telefon: 0203 / 34876-0
Telefon: 0203 / 34876-2110
Telefax: 0203 / 34876-1209
Internet: www.phg-du.de
Mail: spkom-duisburg@phg-du.de

SPKoM Köln

Zuständigkeitsbereich: Stadt Köln
DER PARITÄTISCHE PARISOZIAL KÖLN
Gesundheitszentrum für Migrantinnen und Migranten
Schaafenstr. 7
50676 Köln
Ansprechperson: Sati Arikpinar
Telefon: 0221 / 42 03 98-0
Telefon: 0221 / 42 03 98-55
Internet: www.gfm-koeln.de
Mail: spkom-koeln@paritaet-nrw.org

 

SPKoM Südliches Rheinland

Zuständigkeitsbereich: Stadt Bonn, Rhein-Sieg-Kreis, Kreis Euskirchen
Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Bonn / Rhein-Sieg e. V.
Theaterplatz 3
53177 Bonn
Ansprechpersonen: Ligita Werth
Telefon: 0228 / 850 277-56
Telefax: 0228 / 850 277-55
Mobil: 0173 704 25 99
Internet: www.awo-bonn-rhein-sieg.de
Mail: spkom@awo-bnsu.de

SPKoM Westliches Rheinland

Zuständigkeitsbereich: StädteRegion Aachen, Kreis Düren, Rhein-Erft-Kreis
Aachener Verein zur Förderung psychisch Kranker und Behinderter e.V
Städteregion Aachen-Stolberg
Kaiserplatz 6
52222 Stolberg
Ansprechpersonen: Puria Chizari
Telefon: 02402 / 709 55 53
Telefax: 02402 / 709 63 95
Mobil: 0172 263 76 06
Internet: www.aachenerverein.de
Mail: p.chizari@aachenerverein.de

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