Herkunft entscheidet über Bildung

Bildung bleibt in Deutschland eine Frage der Herkunft. Aufstieg durch Bildung ist für Kinder aus sozial schwachen oder aus Zuwandererfamilien immer noch schwieriger, wie eine Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) aufzeigt.

Laut der Studie erreichen im Ausland geborene Erwachsene häufiger keinen Sekundarschulabschluss. Während dies unter den im Inland geborenen Erwachsenen im Alter von 25-64 Jahren nur 9 % sind, ist der Anteil unter den im Ausland geborenen mehr als dreimal so hoch (32 %).

Je älter jemand zum Zeitpunkt der Zuwanderung war, desto schwieriger ist es, an den örtlichen Bildungsangeboten teilzuhaben. So sind in Deutschland 24 % der im Ausland geborenen 15- bis 29-Jährigen weder in Beschäftigung noch in Bildung oder Ausbildung. Unter den im Inland geborenen sind es 7 %. In der Gruppe der im Ausland geborenen Erwachsenen, die mit 16 Jahren oder später nach Deutschland gekommen sind, sind dagegen ein Drittel (32 %) weder in Beschäftigung noch in Bildung oder Ausbildung. Unter denjenigen, die jedoch spätestens mit 15 Jahren nach Deutschland zuwanderten, waren es nur 11 %.

Außerdem sind Migranten häufiger von Arbeitslosigkeit betroffen. In hoch qualifizierten Berufen seien Menschen mit Migrationshintergrund zudem seltener vertreten als in schlechter bezahlten Jobs.

Ein Viertel der im Ausland geborenen Erwachsenen hat einen Hochschul-, Universitäts- oder Berufsakademieabschluss. Der Anteil ist damit ähnlich hoch wie bei im Inland geborenen Erwachsenen (30 Prozent). Wie in den meisten OECD-Ländern ist jedoch auch in Deutschland die Beschäftigungsquote bei den im Ausland geborenen Erwachsenen (78 Prozent) deutlich niedriger als bei den im Inland geborenen (91 Prozent).

Auch auf die Beschäftigung wirkt sich eine Zuwanderung in jungen Jahren positiv aus. Im Ausland geborene Erwachsene mit Hochschul- oder vergleichbarem Abschluss, die spätestens im Alter von 15 Jahren nach Deutschland kamen, weisen eine ähnlich hohe Beschäftigungsquote auf wie im Inland geborene Personen (beide etwa 90 %). Im Gegensatz dazu sind nur 76 % der Zuwanderer, die mit 16 Jahren oder später nach Deutschland kamen erwerbstätig.

Weitere Informationen

Zurück